Kleinkredit für ArbeitslosePersonen, die Arbeitslosengeld I oder Arbeitslosengeld II beziehen, sind finanziell generell schlechter gestellt, als Arbeitnehmer oder Angestellte bzw. Personen mit Einkommen. In einer finanziellen Notlage kann ein Kleinkredit für Arbeitslose einen Ausweg darstellen. Doch wie stehen die Chancen und was ist generell auf dem Kreditmarkt für Arbeitslose möglich?

Einnahmensituation in der Arbeitslosigkeit

Wenn es um Kreditfragen geht, ist zunächst zu betrachten, wie sich die Einnahmensituation der Person, die arbeitslos ist, gestaltet. Hier wird nämlich unterschieden in Arbeitslosengeld I und Arbeitslosengeld II, welches auch als Hartz IV bezeichnet wird. Dieser Unterschied macht sich nicht nur finanziell stark bemerkbar, er hat auch Auswirkungen auf die gesellschaftliche Stellung.

Arbeitslosengeld I bezeichnet eine Versicherungsleistung, die aus den Einzahlungen in die Arbeitslosenversicherung während der Erwerbstätigkeit bedient wird. Die Höhe von Arbeitslosengeld I ist abhängig vom bisherigen Verdienst des Arbeitnehmers oder Angestellten und kann daher sehr stark, je nach Lohn- oder Gehaltshöhe, variieren. Arbeitslosengeld I wird solange gezahlt, bis die angesparten Beträge aus der Arbeitslosenversicherung aufgebraucht sind. Wird in dieser Zeit keine neue Arbeit gefunden, kommt im Anschluss die staatliche Unterstützung in Form von Arbeitslosengeld II bzw. Hartz IV in Frage, die, um es vereinfacht zu sagen, nur noch die Grundsicherung abdeckt.

ALG-2 Empfänger oder Sozialhilfeempfänger haben es, aufgrund der niedrigeren Einnahmen daher noch schwieriger, als Personen, die ALG-1 beziehen, wenn sie einen Kredit aufnehmen möchten. Die Gewichtung der Banken, auch im Hinblick auf die Rückzahlungsmöglichkeiten, richtet sich bei der Entscheidungsfrage, ob ein Kleinkredit für Arbeitslose gewährt werden kann oder nicht, daher nach der Art und Höhe des Arbeitslosengeldes. Laufzeit und Kreditbetrag sowie Bonität sind weitere Zünglein an der Waage.

Kleinkredit von der Filialbank?

Das Thema Kleinkredit für Arbeitslose ist grundsätzlich schwierig und sehr different. Banken oder Kreditinstitute, die Geld verleihen, brauchen Sicherheiten, welche die Rückzahlung des geliehenen Geldes gewährleisten und diese Voraussetzung schützt auch den Kreditnehmer vor einer Überschuldung, die gravierende Folgen haben kann.

Die klassische Filialbank oder Sparkasse wird hier individuell entscheiden. War der Arbeitslose bereits während seiner Erwerbstätigkeit langjähriger Kunde bei der Bank und sind Einnahmen und Ausgaben so gelagert, dass eine zusätzliche Kreditrate zu stemmen ist, dann kann die Bank je nach Kreditbetrag und Bonität des Kunden durchaus einen Kleinkredit gewähren.

Arbeitslosenkleinkredit von Direktbanken und Online-Kreditinstituten?

Im Internet geht alles etwas schneller und hier hat es sich längst herumgesprochen, dass auch Personen mit niedrigem Einkommen oder Einnahmen, Kredite benötigen können. Direktbanken bieten den Kleinkredit für Arbeitslose zwar nicht als solchen an, aber ein Hinweis auf relevante Voraussetzungen wie z.B. die geforderte Einnahmenhöhe für die geplante Kreditsumme gibt Auskunft darüber, ob die Online-Bank in Frage kommt. Der Kleinkredit Vergleich listet Anbieter, bei denen die Einnahmengrenze niedrig liegt, auf.

Kommerzielle Kreditvermittler – Schwarze Schafe aussortieren

Wer im Internet „Kleinkredit für Arbeitslose“ eingibt, dem wird anhand der Suchmaschinenergebnisse suggeriert, dies sei ein Spezialkredit für Erwerbslose, oftmals sogar ohne Schufa und bei schlechter Bonität. Dem ist jedoch nicht so. Vielmehr ist es eine Art Lockschlagzeile für überteuerte und riskante Kredite. Daher sollten arbeitslose Personen, die einen Kredit benötigen, hier genauer hinschauen und Vergleiche durchführen.

Der Kleinkredit ist für sich gesehen schon keine fest definierte Kreditart, da der Kreditbetrag zwischen 200 und 5.000 Euro variieren kann. Deshalb ist es durchaus möglich, dass sich die arbeitslose Person sogar mehr Geld „aufschwatzen“ lässt, als tatsächlich akut benötigt wird. Doch es finden sich auf dem Finanzmarkt auch Kreditvermittler, die als Ansprechpartner für den Arbeitslosenkleinkredit eine Option sein können, wenn die Konditionen transparent sind, die Laufzeit eher kurz gehalten und der Zins angemessen ist.

Private Kredite für Arbeitslose

Ein Kleinkredit für Arbeitslose, der von Privatpersonen vergeben wird, lässt sich auf zweierlei Art realisieren. Zum einen klassisch durch das Geldleihen von Angehörigen, Freunden, Bekannten, andererseits über Online-Kreditvermittlungen, die sich auf private Kredite spezialisiert haben. Die erste Möglichkeit kann den Vorteil haben, dass ein zinsfreies privates Darlehen gewährt wird. Allerdings will auch der private Geldgeber sein Geld wieder sehen und wenn es Probleme bei der Rückzahlung gibt, kann das zu zwischenmenschlichen Spannungen führen. Und wie heißt es so schön: „Beim Geld hört die Freundschaft auf.“

Kreditvermittlungsplattformen wie Auxmoney oder Smava führen private Kreditgeber und Kreditnehmer zusammen. Dazwischen steht eine Partnerbank, über welche die finanziellen Angelegenheiten abgewickelt werden. Dadurch, dass es sich um private Geldverleiher handelt, die vielleicht die Situation der Arbeitslosigkeit selbst schon erlebt haben und sich hineinversetzen können, stehen die Chancen auch günstiger, einen Kleinkredit für Arbeitslose über die private Kreditvermittlung zu erhalten.

Die Bonität bleibt niemals außen vor!

„Kredit für Arbeitslose ohne Schufa und auch bei schlechter Bonität möglich“. Diese Aussage widerspricht sich, denn das Risiko für den Kreditgeber ist bei fehlender oder schlechter Bonität des Kreditnehmers extrem hoch. Manche Kreditvermittler spekulieren gerne und setzen auf ihren Zinsgewinn, daher zeigen sich Kleinkredite für Arbeitslose dieser Art mit einem hohen Zinssatz. Auch, wer einen Sofortkredit mit schneller Auszahlung beantragt, zahlt für diesen Service extra. Wer arbeitslos ist, sollte sich genau überlegen, worauf er sich einlassen kann.

Sicherheiten erhöhen die Chancen auf den Kleinkredit

Eigenes Vermögen, in Form von Wertgegenständen, Immobilien, Grundstücken, erhöht die Chancen auf eine Kreditvergabe generell, denn es bietet dem Kreditinstitut „Sicherheiten“ für die Rückzahlung. Während Bezieher von ALG I eventuell Vermögenswerte vorweisen können, sieht das bei Hartz IV-Empfängern oder Sozialhilfeempfängern schon ganz anders aus. Hier kommt noch die Bürgschaft durch Dritte in Frage, die im Falle der Zahlungsunfähigkeit des Kreditnehmers, zur Zahlung verpflichtet sind.

Alternativen zum Arbeitslosenkleinkredit?

Der Kleinkredit für Arbeitslose ist, wenn er von seriösen Banken, Finanzinstituten oder Kreditvermittlern vergeben wird, eine echte Lösung für finanzielle Engpässe. Doch es ist immer abzuwägen, ob der Kredit tatsächlich bedient werden kann und wie die Alternativen aussehen können. Der Gang zum Arbeitsamt ist hier zum Beispiel eine Möglichkeit, gerade, wenn es um dringenden Bedarf wie eine neue Waschmaschine geht. Die finanzielle Situation, die gerade beim Bezug von ALG-2 sehr schwierig ist, sollte durch teure Kredite nicht zusätzlich verschlechtert werden. Bevor ein Kleinkredit aufgenommen wird, sind daher die Konditionen im Kleinkredit Vergleich zu prüfen und mit den eigenen Voraussetzungen abzugleichen.