Partnerkredit

Die Mehrzahl aller Deutschen haben in der Praxis kaum Probleme, von einer Bank einen Kredit zu erhalten. Dies gilt insbesondere für Personen, die keinen negativen SCHUFA-Eintrag haben und darüber hinaus über ein festes Einkommen in ausreichender Höhe verfügen.

In manchen Fällen ist es allerdings auch so, dass die Kreditwürdigkeit des Kunden nicht ganz ausreicht, damit die Bank ein Darlehen vergeben kann. In diesem Fall gibt es jedoch mehrere Möglichkeiten, wie der Kunde seine Bonität erhöhen und somit auch die Chancen auf eine positive Darlehensentscheidung teilweise deutlich verbessern kann. Eine dieser Optionen besteht für manche Kreditsuchende darin, statt einem Einzelkredit einen Gemeinschaftskredit aufzunehmen.

Worum handelt es sich bei einem Gemeinschaftskredit?

Der Unterschied zwischen einem Einzel- und einem Gemeinschaftskredit ist im Prinzip sehr einfach und ergibt sich bereits aus der jeweiligen Bezeichnung heraus. Während es beim Einzelkredit lediglich einen Kreditgeber in Form einer meistens natürlichen Person gibt, besteht der Unterschied beim Gemeinschaftskredit demgegenüber darin, dass es hier mindestens zwei Kreditnehmer sind, die sich gegenüber der Bank zur Rückzahlung des Darlehens verpflichten. In der Praxis tauchen Gemeinschaftskredite vor allem in zwei Varianten auf, nämlich als Darlehen für Ehepaare sowie im geschäftlichen Bereich als Gewerbekredite. Somit ergibt sich beim Gemeinschaftskredit in der Bankpraxis oftmals der typische Fall, dass beispielsweise die Ehefrau alleine zwar keinen Kredit bekommen würde. Tritt allerdings der Ehemann zusätzlich als Mitantragsteller und somit zweiter Kreditnehmer auf, erhöht dies die Bonität insgesamt, sodass das Darlehen vergeben werden kann.

Verschiedene Möglichkeiten zur Erhöhung der Kreditwürdigkeit

Insgesamt gibt es mehrere Möglichkeiten, wie Kunden ihre Kreditwürdigkeit verbessern können. Einen Gemeinschaftskredit aufzunehmen ist nur eine von diversen Optionen, zu denen beispielsweise auch noch die folgenden zählen können:

  • gegenüber der Bank Kreditsicherheiten stellen
  • einen Bürgen verpflichten
  • bestehende Darlehen teilweise mit dem neuen Kredit ablösen

Der einfachste Weg ist aber sicherlich dennoch, einen Gemeinschaftskredit statt eines Einzelkredites aufzunehmen. In der Praxis bietet sich dies allerdings zu über 90 Prozent ausschließlich für Ehepartner an, denn Freunde oder Bekannte werden nur in Ausnahmefällen dazu bereit sein, sich für einen Kredit des Hauptantragstellers zu verpflichten, nur damit ein Gemeinschaftskredit aufgenommen werden kann. Zudem ist die rechtliche Konstruktion natürlich etwas komplexer, falls es sich bei den Kreditnehmern nicht um Ehepartner handelt, sondern beispielsweise um Bekannte oder auch Familienmitglieder.

Alle Kreditnehmer haben die gleichen Rechte und Pflichten

Vor der Aufnahme eines Gemeinschaftskredites, mit dem die Chancen auf eine erfolgreiche Darlehensvergabe definitiv verbessert werden können, sollten sich die Kreditnehmer noch über ihre jeweiligen Rechte und Pflichten informieren. Wichtig zu wissen ist beispielsweise, dass beide an einem Gemeinschaftskredit beteiligten Kreditnehmer exakt die gleichen Rechte und Pflichten haben. Es gibt in dem Fall also mit dem Hauptantragsteller und dem Mitantragsteller keine Kreditnehmer 1. und 2. Klasse, sondern auch die Bank hat die Möglichkeit, sich an jeden der vertraglich fixierten Kreditnehmer zu halten, damit das Darlehen ordnungsgemäß getilgt wird. Auf der anderen Seite existieren natürlich für sämtliche Kreditnehmer auch die gleichen Rechte, sodass es in diesem in dieser Hinsicht keine Unterschiede zwischen den einzelnen Kreditnehmern gibt.

Fazit zum Gemeinschaftskredit

Der Gemeinschaftskredit kann in der Praxis dazu beitragen, dass die positive Kreditentscheidung wahrscheinlicher ist, als wenn nur eine Person als Kreditnehmer auftritt. Meistens nutzen Ehepaare die Möglichkeit, einen Gemeinschaftskredit aufzunehmen und so die Bonität zu verbessern. Da alle beteiligten Kreditnehmer die gleichen Rechte und Pflichten haben, sollten sich vor allem Personen dieser Tatsache bewusst sein, die mehr oder weniger nur aus Gefälligkeit gegenüber dem Hauptantragsteller als 2. Kreditnehmer auftreten.